Kategorie: Gemeinderat

  • Medizinische Versorgung für nicht versicherbare Menschen in der Stadt Zürich

    Am Mittwoch haben wir im Gemeinderat beschlossen dass wir das Pilot-Projekt für die Medizinische Versorgung für versicherbare Personen verstetigen (GNr. 2025/351). Dies wurde in meiner Kommission (SK GUD) besprochen und somit durfte ich im Rat auch erklären wie die GLP sich in der Abstimmung verhalten wird. Ich wurde auch im SRF Regionaljournal kurz zitiert aber da das natürlich nicht mein Statement umfasste, hier noch mein ganzes Statement:

    Vollständiger Text

    Sehr geehrter Herr Präsident, geschätzte Kolleg:innen

    Wir werden dieser Weisung zustimmen, auch wenn wir dazumal den Pilotversuch nicht unterstützt haben.

    Es ist und bleibt zwar immer noch eine Eidgenössische Aufgabe die auf Kantonsebene delegiert wurde, der Kanton weigert sich aber vehement den vulnerabelsten Menschen eine Grundversorgung zu liefern.
    Grundsätzlich sind wir immer noch der Meinung, dass der Kanton die Kosten tragen müsste, das wird aber auf absehbare Zeit nicht geschehen, das hat uns das GUD in der Kommission aufgezeigt.
    Zumindest haben wir das in den Beratungen und im Bericht so wahrgenommen, das scheint aber nicht bei allen Fraktionen so angekommen zu sein.

    Die Stärke des Volkes misst sich am Umgang mit den Schwächsten, das ist nicht einfach so ein Spruch, das steht in der Präambel der Bundesverfassung. Und wenn der Kanton sich nicht kümmert, haben wir in der Stadt eine Verantwortung für die Bevölkerung. Und nicht nur für Menschen, die den richtigen Pass haben.

    Mit dem Programm werden Erkrankungen in einem frühen Stadium behandelt,
    bevor sie zu einem grösseren Problem werden. Prävention in der Gesundheit, das ist in der Schweiz noch nicht so in den Köpfen, spart Geld und mindert das Leid, das diese Menschen sonst erleiden müssen.

    Es kommt zusätzlich dazu, dass man über die Behandlung und Beratung Menschen erreicht, die man sonst nicht erreicht. Das GUD hat ebenfalls aufgezeigt, dass man viele Menschen versichern kann, auch wenn das auf nationaler Ebene von der SVP torpediert wird. Sie hat durchgesetzt, dass diese Menschen, wenn sie sich versichern, neu dem Migrationsamt gemeldet werden müssen.

    Das führt zu Mehrkosten für die wir alle dann in der Stadt wieder aufkommen müssen.

  • Hello, Gemeinderat!

    Hello, Gemeinderat!

    Ich freue mich ab heute für die GLP Kreis 3&9 dem Gemeinderat der Stadt Zürich anzugehören. In den letzten Wochen habe ich mir viele Gedanken darüber gemacht wie Gesetze und die Gesetzgebung auf die Bevölkerung, Wirtschaft und Wissenschaft einwirken. Dabei ist mir aufgefallen dass viele Personen sich zwar auf Gesetze und die Verfassung berufen, dabei aber die wesentlichsten Punkte vergessen. Da heute der 1. August ist, will ich zunächst aus der Bundesverfassung vom 18. April 1999 zitieren:

    […]
    Das Schweizervolk und die Kantone,
    in der Verantwortung gegenüber der Schöpfung,
    im Bestreben, den Bund zu erneuern, um Freiheit und Demokratie, Unabhängigkeit
    und Frieden in Solidarität und Offenheit gegenüber der Welt zu stärken,
    im Willen, in gegenseitiger Rücksichtnahme und Achtung ihre Vielfalt in der Einheit
    zu leben,
    im Bewusstsein der gemeinsamen Errungenschaften und der Verantwortung gegen-
    über den künftigen Generationen,
    gewiss, dass frei nur ist, wer seine Freiheit gebraucht, und dass die Stärke des Volkes
    sich misst am Wohl der Schwachen,
    […]

    Präambel, BV, SR 101, https://www.fedlex.admin.ch/eli/cc/1999/404/de

    Der Rat und das Volk waren nicht weniger konservativ zu dieser Zeit, also kann das keine links-grüne Utopie gewesen sein, sondern eine bewusste Entscheidung das so zu schreiben und für gut zu befinden in der Abstimmung.
    Wenn ich mir allerdings die politische Debatten im Nationalrat in den letzten Jahren in Erinnerung rufe, würde es wohl dem einen oder der anderen gut tun diese Präambel zu studieren.

    Auch die Präambel des Kantons Zürich schlägt in die selbe Kerbe:

    […]
    im gemeinsamen Willen,
    Freiheit, Recht und Menschenwürde zu schützen
    und den Kanton Zürich als weltoffenen, wirtschaftlich, kulturell und
    sozial starken Gliedstaat der Schweizerischen Eidgenossenschaft
    weiterzuentwickeln,
    […]

    Präambel, Verfassung des Kantons Zürich, OR 101, https://www.zh.ch/de/politik-staat/gesetze-beschluesse/gesetzessammlung/zhlex-ls/erlass-101-2005_02_27-2006_01_01-103.html

    Weltoffenheit, sich messen am Wohl der Schwachen und Bewusstsein Verantwortung gegenüber den künfitigen Generationen sind Werte die anscheinend die Mehrheit der Bevölkerung teilen kann. Die Gemeindeordnung der Stadt Zürich hat leider keine Präambel und ist eher etwas trocken, dafür sind die Debatten im Gemeinderat etwas lebendiger als in den Räten vom Kanton und dem Bund, das gleicht sich dann hoffentlich etwas aus.

    Anstatt grosse Versprechungen rauszuposaunen, will ich zunächst mal im Rat ankommen. Die Neuwahlen sind ja schon bald (8. März 2026) und mit der Arbeit im Rat ergeben sich dann wohl auch die Erkenntnisse wo man sich einbringen kann. Sicher ist, dass ich aus meiner Erfahrung mit den Behörden auf (IT-)Anbieterseite sicher mehr als ein Auge auf diese Beschaffungsgeschäfte haben will und auch mein Engagement für Grund-, Menschen- und Konsumentenrechte im Internet bei der Digitalen Gesellschaft werden auch Spuren hinterlassen.

    Ich freue mich riesig und hoffe dass ich meinen Beitrag leisten kann!

    Als letztes möchte ich mich bei meiner Vorgängerin, Carla Reinhard, für ihr unermüdliches Engagement im Bereich Gleichstellung und Langsamverkehr bedanken. Es ist fast unmöglich in so grosse Fussstapfen zu treten, aber ich werde es versuchen.